Bruder grimm broliai grimai
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Bruder grimm broliai grimai

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Biographie der Brüder Grimm

Die Brüder Grimm, oder auch Gebrüder Grimm genannten Brüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm sind als Sammler von Märchen (Grimm Märchen) und Sprachwissenschaftler bekannt.

Die Familie Grimm war in Hessen beheimatet, Urgroßvater und Großvater waren reformatorische Geistliche. Die Eltern Philipp Wilhelm und Dorothea Grimm hatten in ihrer Ehe sechs Kinder. Das Geburtshaus der Brüder Grimm stand am alten Paradeplatz in Hanau.

Jacob Grimm wurde am 4. Januar 1785 geboren, Wilhelm Grimm am 24. Februar 1786. Im Jahr 1791 wurde Vater Philipp Grimm zum Amtmann in seinem Geburtsort Steinau an der Kinzig ernannt und die Familie siedelte nach dort über. Bereits am 1796 starb der Vater im Alter von 45 Jahren. Um den ältesten Söhnen eine angemessene Bildung für eine eventuelle spätere Laufbahn als Juristen zu ermöglichen, schickte die Mutter die beiden im Herbst 1798 nach Kassel zu ihrer Tante. Jacob besuchte die Universität in Marburg und studierte dort Rechtswissenschaft, sein Bruder Wilhelm folgte ihm ein Jahr später auf demselben Studienweg. Einer ihrer Lehrer, Friedrich Carl von Savigny, eröffnete den wissbegierigen jungen Studenten seine Privatbibliothek und machte die beiden, die bereits mit Werken von Goethe und Schiller vertraut waren, mit Werken der Romantik und des Minnesangs vertraut.

Savigny arbeitete an einer Geschichte des römischen Reiches und fuhr zu Forschungszwecken im Jahr 1804 nach Paris. Im Januar 1805 lud er Jacob Grimm ein, ebenfalls an die Seine zu kommen, was dieser unmittelbar tat. Als Gehilfe Savignys befasste er sich in Paris mehrere Monate mit juristischen Handschriften. Zu dieser Zeit wurde er jedoch der trockenen juristischen Themen überdrüssig und bekundete in mehreren Briefen, sich nur noch der Erforschung der „herrlichen altdeutschen Literatur“ widmen zu wollen, wofür er sich zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm interessiert hatte.

Jacob Grimm kehrte nun nach Kassel zurück, wohin in der Zwischenzeit auch seine Mutter wieder gezogen war. Wilhelm Grimm beendete seine Studienzeit in Marburg im folgenden Jahr 1806. Gemeinsam mit der Mutter lebten die Brüder nun wieder in Kassel. Jacob Grimm fand eine Anstellung als Sekretär des Kasseler Kriegskollegiums. Nach dem Krieg Napoleons gegen Preußen und Russland, der unmittelbar nach Jacobs Anstellung ausbreach, und der Kassel unter den Einfluss Napoleons brachte, wurde das Kasseler Kriegskollegium reformiert und er fand sich in der Verpflegungskommission für die kämpfende Truppe wieder, was ihm sehr missfiel, und worauf hin er diesen Posten quittierte. Auch Wilhelm Grimm, der bereits seit früher Jugend kränklich war, hatte zu diesem Zeitpunkt keine Anstellung. In ärmlichen Verfhältnissen lebend, aber hochmotiviert, datiert der Beginn der Sammlung von Märchen und Sagen, die uns heute als eines der Hauptwerke der Brüder bekannt sind, ebenfalls auf das Jahr 1806.

Nach dem Tod der Mutter am 27. Mai 1808 musste Jacob Grimm jedoch mit 23 Jahren als Ältester der Familie für deren Unterhalt sorgen, so dass er eine Stelle als Leiter der Privatbibliothek des Königs Jérôme (Bruder von Napoleon und frisch als König des neu gegründeten Königreich Westfalen eingesetzt) in Kassel-Wilhelmshöhe annahm. Obwohl er in dieser Stellung kaum gefordert wurde und den größten Teil der Zeit für seine eigenen Studien nutzen konnte, wurde Jacob Grimm im Jahr 1809 auch noch Beisitzer im Staatsrat.

Wilhelm Grimm hatte inzwischen aufgrund seiner Krankheiten 1809 in Halle einer Kur unterziehen müssen, die auch von Jacob finanziert werden musste. Wilhelm verweilte auf Burg Giebichenstein (die damals dem Komponisten Johann Friedrich Reichardt gehörte) und anschließend in Berlin, wo er wieder auf Clemens Brentano traf, der ihn mit Berliner Literaten und Künstlern, z.B. Achim von Arnim bekannt machte. Auf der Heimreise nach Kassel traf Wilhelm Grimm auch auf Goethe, der ihm „Bemühungen zu Gunsten einer lang vergessenen Kultur“ bescheinigte.

Seit 1806 hatten die Brüder Grimm Märchen gesammelt, seit 1807 Aufsätze über Minnesang in Fachzeitschriften veröffentlicht. Ab 1810 waren die Brüder Grimm wieder gemeinsam in Kassel und 1811 veröffentlichte Jacob Grimm sein erstes Buch über „Deutschen Meistersang“.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 wurde das Königreich Westfalen aufgelöst und das Kurfürstentum Hessen wieder hergestellt. Jacob Grimm verlor infolge dessen die Stelle als Leiter der Königlichen Bibliothek, wurde aber kurz darauf als Legationssekretär in die Dienste des zurückgekehrten Kurfürsten übernommen. In dieser neuen, diplomatischen Stellung kam er 1814 wieder nach Paris, wo er in seiner freien Zeit erneut Forschung in Bibliotheken betrieb. Er liebte zwar die Reisen, bedauerte aber sehr, durch diese Tätigkeit von seinen heimischen Literaturforschungen abgehalten zu werden.

Wilhelm Grimm hatte ebenfalls 1811 sein erstes Buch veröffentlicht, das Übersetzungen alter dänischer Märchen enthielt. 1813 veröffentlichte er ein Buch mit Übersetzungen alter schottischer Lieder. Das erste gemeinsam verfasste Werk der Brüder war 1812 ein Buch über das Hildegardlied und das Wessobrunner Gebet. Eine erste Sammlung von „Kinder- und Hausmärchen“ schloss sich im Dezember 1812 in einer Auflage von 900 Stück an. Zu dieser Zeit versuchten sich die Brüder auch an einer deutschen Ausgabe der „Edda“ sowie des „Reineke
Fuchs“, beide Werke blieben damals jedoch nur fragmentarisch, da sie trotz jahrelanger Beschäftigung nicht abgeschlossen wurdem. Von 1813 bis 1816 gaben die Brüder darüber hinaus auch die Zeitschrift „Altdeutsche Wälder“ heraus, die altdeutsche Literatur zum Inhalt hatte, die jedoch nur drei Ausgaben erfuhr.

Wilhelm Grimm wurde 1814 Bibliothekssekretär im Museum zu Kassel und bezog daraufhin eine Wohnung am Wilhelmshöher Tor, in der auch Jacob Grimm nach seiner Rückkehr aus Paris wohnte und die dem Kurfürstlich Hessischen Haus gehörte. 1815 nahm Jacob Grimm als Gesandtschaftssekretär am Wiener Kongress teil, im September 1815 weilte er nochmals in diplomatischer Mission in Paris. Im Anschluss quittierte er endgültig den diplomatischen Dienst, um sich fortan nur noch der Sichtung, Kategorisierung und Kommentierung historischer Literatur und Bräuche widmen zu können. Bereits im selben Jahr 1815 veröffentlichte er neben einem Buch zur mythologischen Deutung von Götterbildern und -säulen („Irmenstraße und Irmensäule“) auch das Buch „Silva de romances viejos“, eine kritische Auswahl altspanischer Romanzen.

1815 konnten die Brüder den zweiten Band der „Kinder- und Hausmärchen“ vorlegen, im Jahr 1819 wurde der erste Band neu aufgelegt und erweitert. Die Anmerkungen zu den Märchen beider Bände wurden 1822 als dritter Band veröffentlicht. Im Jahr 1825 erfolgte die Herausgabe einer „Kleinen Ausgabe“ der Kinder- und Hausmärchen in einem Band, die maßgeblich zur Popularität des Stoffes beitrug. Für diese Aufgabe konnten die Brüder ihren Bruder Ludwig Emil als Illustrator gewinnen. Ab 1823 wurde eine illustrierte englische Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen veröfentlicht. Bereits zu Lebzeiten der Brüder erschienen sieben Auflagen der großen deutschen Ausgabe der Märchen und zehn Auflagen der kleinen Ausgabe.

In den Jahren 1816 und 1818 erschienen die beiden Bände einer Sagensammlung. Die Brüder hatten zuvor gleichermaßen Märchen und Sagen gesammelt. Eine thematische Abgrenzung kann nur schwer erfolgen und wurde auch nicht konsequent durch die Brüder verfolgt. Märchen gehen dennoch zumeist auf mündlich überlieferte Inhalte zurück, wohingegen Sagen zumeist schriftliche Quellen zugrunde liegen. Die Sammlung sowohl der Märchen als auch der Sagen war etwa zeitgleich bereits 1812 abgeschlossen, nur die zeitintensive Arbeit der druckreifen Textfassung begründet den Erschienungszeitraum von sechs Jahren. Die Sagensammlung erfuhr jedoch keine besondere Popularität, so dass das Werk zu Lebzeiten der Brüder auch nicht neu aufgelegt wurde.

Im Alter von 30 Jahren hatten sich Jacob und Wilhelm Grimm bis ins zweite Jahrzehnnt des 19. Jahrhunderts durch ihre zahlreichen Publikationen bereits eine herausragende Stellung erarbeitet. Sie lebten gemeinsam in Kassel, teilweise nur von Wilhelms bescheidenem Gehalt. Erst im April 1816 wurde Jacob Grimm zweiter Bibliothekar in Kassel, wo Wilhelm bereits zwei Jahre als Sekretär tätig war. Ihre Arbeit dort bestand aus Verleihen, Suchen und Kategorisieren von Büchern. Neben dieser formellen offiziellen Tätigkeit konnten sie vor Ort ihre eigenen Forschungen vorantreiben, die im Jahr 1819 von der Universität in Marburg mit einer Ehrendoktorwürde honoriert wurden.

Ohne Förderer und Gönner hätten die Brüder Grimm über Jahre nicht in diesem Maße publizieren können. Aus der frühen Zeit sei hier Kurfürstin Wilhelmine Karoline von Hessen genannt. Nach deren Tod 1820 bzw. dem Tod des Kurfürsten 1821 mussten die Brüder das 1814 bezogene Haus in der Wilhelmshöher Straße räumen und gemeinsam miit ihrer Schwester Lotte eine schlechtere Wohnung beziehen, die zwischen Kaserne und Schmiede lag, was sich hemmend auf die Forschungen der Brüder auswirkte. Lotte, die den Brüdern bislang den Haushalt führte, heiratete wenig später und verließ die Brüder, die fortan mehrfach die Wohnungen wechselten und über mehrere Jahre einen gemeinsamen Junggesellenhaushalt führten.

In diese kreative Zeit fällt die Arbeit Jacob Grimms an der „Deutschen Grammatik“. Der erste Band beschäftigt sich mit Flexion, der zweite mit Wortbildung.

Wie besessen arbeitet Jacob Grimm an dem Werk. Er stellt kein vollständiges Manuskript fertig, sondern lässt Druckbogen für Druckbogen drucken, sobald er die benötigte Menge Text geschrieben hat. Der Druck des Ersten Bandes entspricht mit einer Zeitdauer von 14 Monaten ab Januar 1818 bis Sommer 1819 genau dem Zeitraum, an dem Jacob Grimm an dem Werk gearbeitet hat. Bis 1822 überarbeitet Grimm den ersten Band nochmals komplett, so dass dieser nun eher die Lautbildung zum Inhalt hatte. Wie zuvor beim ersten Band schrieb und druckte er wieder Druckbogen für Druckbogen, und führte dieses Prinzip auch bis 1826 mit dem nun erst offiziell zweiten Band der „Deutschen Grammatik“ fort. Wilhelm Grimm hatte inzwischen mehrere Bücher über Runen veröffentlicht, sein als Hauptwerk betrachtetes Buch „Die deutsche Heldensage“ erschien 1829.

Erst als Wilhelm Grimm im Mai 1825 Henrietta Dorothea Wild heiratete, festigten sich die Lebensumstände der Brüder wieder, die weiterhin, nun zu dritt, zusammenlebten. Wilhelm und „Dortchen“ wurden alsbald Kinder geboren (1828 Herman Grimm) und von häufigen Reisen der Grimm-Brüder wird berichtet. 1829 jedoch, nach 13 bzw. 15 Jahren im Dienst der Bibliothek in Kassel, reichen die Brüder dort ihren Rücktritt ein. Nach dem Tod des Leiters war Jacob vom Dienstherren
Wilhelm II nicht zum neuen Leiter berufen worden, und die Brüder folgten einem Ruf an die Universität und Bibliothek Göttingen.

Auch in Göttingen unterhalten die Brüder einen gemeinsamen Haushalt. Jacob Grimm ist ab 1830 ordentlicher Professor, Wilhelm Grimm Bibliothekar und ab 1835 ebenfalls Professor. Jacob Grimm veröffentlicht bis 1837 zwei weitere Bände der „Deutschen Grammatik“ Im Jahr 1834 kann er auch den 1811 begonnenen „Reinhart (Reineke) Fuchs“ fertigstellen und 1835 ein Werk über „Deutsche Mythologie“. Die dritte Auflage der Kinder- und Hausmärchen wird 1837 von Wilhelm Grimm beinahe allein besorgt.

Die Berliner Akademie schrieb im Januar 1860: Am 16ten des vorigen Monats starb Wilhelm Grimm, Mitglied der Akademie, der als deutscher Sprachforscher und Sammler deutscher Sagen und Dichtungen einen Namen hellen Klangs hat. Das deutsche Volk ist gewohnt, ihn mit seinem älteren Bruder Jacob Grimm zusammen zu denken und zu nennen. Wenige Männer umfasst es mit so allgemeiner Liebe und Verehrung als die Gebrüder Grimm, die es ein halbes Jahrhundert hindurch in einem Streben und in gemeinsamer Arbeit gekannt hat.

Wichtigste Werke der Brüder Grimm

Die wichtigsten Früchte der gemeinsamen Arbeit von Jacob und Wilhelm Grimm sind die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen sowie das Deutsche Wörterbuch, auch „der Grimm“ genannt, das größte deutsche Wörterbuch in 33 Bänden, das von ihnen begonnen und erst 150 Jahre später 1961 vollendet wurde.

Die von Jacob und Wilhelm Grimm gesammelten Märchen entstanden nicht aus ihrer eigenen Phantasie, sondern wurden nach alten, vorwiegend mündlich überlieferten Geschichten von ihnen gesammelt und zusammengetragen und mehr oder minder stark überarbeitet, im Ausdruck und Aussage geglättet und geformt. Eine ihrer wichtigsten Quellen waren die Märchen, die die aus hugenottischer Familie stammende Dorothea Viehmann den Brüdern erzählte.

Ziel der Arbeit der Brüder Grimm war es u. a., die damaligen deutschen Kleinstaaten zu vereinen, wie in ihren Ambitionen in der Frankfurter Paulskirche und über die Sammlung deutscher Märchen und Wörter von 500 Jahren vor ihrer Zeit deutlich wird. Jacob und Wilhelm waren auch politisch engagiert, und halfen mit, die ersten Menschenrechte in Deutschland zu definieren. Für eine Streitschrift gegen einen Verfassungsbruch des Königs von Hannover, König Ernst August II., wurden sie, und mit ihnen fünf andere Professoren, außer Landes verwiesen (Göttinger Sieben). Ohne die Bekanntschaft von Bettina von Arnim, die die beiden mit dem Kasseler Verleger Salomon Hirzel bekannt machte, wäre der Grimm, das Deutsche Wörterbuch, nie entstanden.

Übrigens werden die Brüder Grimm häufig als „Gebrüder“ bezeichnet. In ihrem „Deutschen Wörterbuch“ verstehen beide jedoch unter „Gebrüder“ keine Familienzusammengehörigkeit, sondern eine pluralische Bildung, gebraucht, wo die Zusammengehörigkeit besonders bezeichnet werden soll.

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