Der sozialpadagog in deutschland
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Der sozialpadagog in deutschland

DER INHALT

DIE EINLEITUNG…………………………………………………………………………………………..2

1. Die „Jugendleiterin“ als Zusatzqualifikation für berufserfahrene Kindergärtnerinnen……………………………………………………………………………………..4

2. Zum tatsächlichen Ursprung der Sozialpädagogenausbildung………………………………………………………………………….6

3. Die Entwicklungen in der Weimarer Republik………………………………………………..8

4. Die Jugendleiterin im Nationalsozialismus…………………………………………………..10

5. Von der Jugendleiterin zum Sozialpädagogen……………………………………………….12

DIE LITERATUR…………………………………………………………………………………………..15

Die Einleitung

Die Erzieherinnenausbildung ist nicht nur die am weitesten verbreitete soziale Berufsausbildung der Gegenwart, sondern verfügt auch im Vergleich zu anderen sozialen Berufen über die längsten geschichtlichen Entwicklungstraditionen. Die historischen Wurzeln dieses Berufes in seiner heutigen Ausprägung reichen dabei bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Erste einzelne Initiativen sind verbunden mit Namen wie Johann Friedrich Oberlin, Friedrich Wadzeck oder Pauline von Lippe-Detmold. Im Zuge der allgemeinen Zunahme von Einrichtungen im Vorschulbereich wurde die Nachfrage nach entsprechend ausgebildeten Personal dringender. Erst aber unter dem Einfluss des evangelischen Theologen Theodor Fliedner (1800 – 1864) und dem auch heute noch bekannten Pädagogen Friedrich Fröbel (1782 – 1852) entwickelte sich im Vorschulbereich der Beruf der Kindergärtnerin heraus, der zum heutigen Erzieherberuf führt.

Nach der amtlichen Statistik gab es im Jahr 2002 insgesamt 439.000 erwerbstätige Erzieher. Unter den sozialen Berufen zählen daneben insbesondere die Diplom-Sozialpädagogen/ Diplom-Sozialarbeiter von den Fachhochschulen mit 234.000 Erwerbstätigen zu einer zweiten wichtigen Gruppe unter den sozialen Berufen. Beide Berufsgruppen sind Teil eines großen Projektes, der Kinder- und Jugendhilfe, die heute, zum Beginn des 21. Jahrhunderts, einen unverzichtbaren Teil unserer Gesellschaft darstellt, mit unzähligen Einrichtungen und Diensten verschiedenster freier und öffentlicher Träger, einem riesigen Heer an Beschäftigten, einer enormen Wirtschaftskraft und einer vielschichtigen und spannenden Geschichte.

Während die Berufsgeschichte der Erzieher inzwischen als wissenschaftlich gut aufgearbeitet gilt, gerät zunehmend mehr in Vergessenheit, dass die Berufe Erzieher und Sozialpädagogen, als die beiden wichtigsten sozialen Berufe der Gegenwart, historisch betrachtet ganz erhebliche Gemeinsamkeiten aufweisen und eng miteinander verwandt sind. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Die Geschichte der Erzieherin wäre ohne die der Sozialpädagogen nicht denkbar, und was sicherlich noch mehr Geltung hat: Die heutige Fachhochschulausbildung für Sozialpädagogen würde ohne den Beruf des Erziehers in seiner besonderen deutschen Ausprägung so nicht existieren. Betrachten wir hierzu einige wichtige geschichtliche Etappen aus der Entwicklung der Sozialpädagogen.

1. Die „Jugendleiterin“ als Zusatzqualifikation für berufserfahrene Kindergärtnerinnen

Verfolgen wir die Berufsgeschichte der Erzieher, so treffen wir gleich an erster Stelle auf Erstaunliches: Obwohl sich der Vorschulbereich bereits ab 1800 zu entwickeln begann und im Laufe des 19. Jahrhunderts an Bedeutung und Größe zunahm, kam es erst im Jahr 1911 in Preußen zu einer ersten Ausbildungs- und Prüfungsordnung, der dann ähnliche Bestimmungen in den anderen deutschen Ländern des damaligen deutschen Reiches folgten. Erstaunlich ist aber aus der heutigen Perspektive nicht nur die Tatsache, dass über viele Jahrzehnte hinweg ohne ausgewiesene und einheitliche Standards ausgebildet wurde. Ebenso mag es erstaunen, dass im Zuge dieser preußischen Regelungen gleichzeitig ein ganz neuer sozialer Beruf entstand: die „Jugendleiterin“. Folgt man der heutigen Geschichtsschreibung, so entstand die Jugendleiterin als Vorläufer der heutigen Sozialpädagogen an den Fachhochschulen ebenfalls im Jahr 1911. Während damit die Regelungen der Vorläuferausbildung für Erzieherinnen mehr als hundert Jahre auf sich warten ließen, etablierte sich die Vorläuferausbildung für Sozialpädagogen innerhalb kürzester Zeit.

Das zuständige preußische Ministerium sah für Bewerberinnen, die über die Ausbildung einer Kindergärtnerin hinaus die Befähigung zur Leitung von mehrgliedrigen Kindergärten, von Kinderhorten und ähnlichen Anstalten zur Pflege und Erziehung der Jugend außerhalb der Schulzeit erlangen wollten, eine umfassendere und tiefer gehende Ausbildung vor. Für die Zulassung zum „Kursus zur Ausbildung von Jugendleiterinnen“ war die Vollendung des 19. Lebensjahres, das Zeugnis über den erfolgreichen Ausbildungsabschluss zur Kindergärtnerin sowie darüber hinaus eine anschließende berufliche Bewährung erforderlich. In der einjährigen Ausbildung sollten folgende Fächer unterrichtet werden :

Wochenstunden

A. Theoretische Fächer

Pädagogik

Gesundheitslehre

Berufskunde

Jugend- und Volksliteratur

Unterrichtslehre 3

1

2

1

2

B. Technische Fächer

Modellieren,
Ausschneiden, Zeichnen

Handfertigkeit 3

7

C. Praktische Arbeit

½ Jahr Kindergarten und ½ Jahr Kinderhort – zusammen:

Kochen und Hauswirtschaft 8

3

Summe 30

Während „Erzieher“ und „Sozialpädagogen“ heute voneinander unabhängige soziale Berufe darstellen, war zur damaligen Zeit die Jugendleiterinnenausbildung noch keine eigenständige Berufsausbildung, sondern vielmehr eine Zusatzausbildung für bereits berufserfahrene Kindergärtnerinnen, die ihre Fachkenntnisse vertiefen wollten und in die Verwaltungsarbeit als Vorbereitung für eine leitende Tätigkeit eingeführt werden sollten.

2. Zum tatsächlichen Ursprung der Sozialpädagogenausbildung

Sozialpädagogen werden heute zusammen mit Sozialarbeitern an Fachhochschulen in einem bundesweit einheitlichen Studium ausgebildet, weshalb dieser Beruf (mit den zwei Berufstiteln) auch unterschiedliche geschichtliche Entstehungshintergründe aufweist. Verfolgen wir die Geschichte der Jugendleiterinnenausbildung zurück, so kann einmal festhalten werden, dass eine gesonderte, weiterführende Ausbildung für den Vorschulbereich bereits etliche Jahre vor der ersten Ausbildungsregelung im Jahr 1911 gefordert wurde. Beispielsweise wurden auf einer Versammlung des „Deutschen Fröbel-Verbandes“ in Berlin im Jahr 1896 und damit bereits vor der Jahrhundertwende – mit Blick auf den Unterricht in den Kindergartenseminaren als ein weiteres wichtige Arbeitsfeld der späteren Jugendleiterinnenausbildung – nachhaltige Verbesserungen und die Einführung von einjährigen Kursen zur Ausbildung von Lehrerinnen für Kindergärtnerinnenseminare verlangt .

Aber auch erste, tatsächlich durchgeführte Fortbildungen für Kindergärtnerinnen lassen sich noch vor dem Jahr 1911 nachweisen: So kündigte beispielsweise 1896 die Zeitschrift „Kindergarten“ an, dass der Leipziger „Fröbel-Verein“ sein Kindergärtnerinnenseminar erweitern und eine weitere „Abteilung zur Ausbildung von Seminarlehrerinnen, das ist, solchen Lehrerinnen, die entweder Kindergärtnerinnen-Seminare leiten oder an diesen unterrichten können, hinzufügen beabsichtigt“ (Kindergarten 1896, S. 155). Ein derartiger Lehrgang wurde auch in Berlin durchgeführt: Erste Ansätze zu einer Jugendleiterinnenausbildung unternahm 1880 bereits Henriette Schrader-Breymann (1827 – 1899), eine Nichte von Friedrich Fröbel, die am Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin ausgewählte, in der Praxis bewährte Kindergärtnerinnen zuerst ein halbes, später ein ganzes Jahr weiterbildete: „Im Mittelpunkt standen dabei“, so führte der Erziehungswissenschaftler von Derschau hierzu aus, „die berufskundlichen Fächer und die Ausbildung für die Praxisanleitung. Das Beispiel des Pestalozzi-Fröbel-Hauses aufgreifend, wurden in den folgenden Jahren an verschiedenen Kindergärtnerinnenseminaren ähnliche Aufbaukurse eingerichtet“ (1976, S. 11f.). Eine gesonderte Schulung lässt sich darüber hinaus bereits zu Beginn des Deutschen Kaiserreiches bei dem von der Frauenrechtlerin Henriette Goldschmidt (1825 – 1920) im Jahr 1871 gegründeten „Verein für Familien- und Volkserziehung“ in Leipzig verorten.

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