Die rolle der unverbalen kommunikation
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Die rolle der unverbalen kommunikation

Pädagogische Universität Vilnius

Lehrstuhl für deutsche Philologie und Methodik

Die Rolle der unverbalen Kommunikation

Semesterarbeit

Wiss. Betreuer

Vilnius 2003

Gliederung

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

3. Das Wesen der unverbalen Verhaltung ( Körpersprache)

3.1. Definition und Wesensmerkmale der Körpersprache

3.2. Aufgaben der Körpersprache und ihre Rolle für die Kommunikation

4. Unterschiede zwischen verbaler un unverbaler Verhaltung

5. Verschiedene Arten der unverbalen Verhaltung

5.1. Paralinguage

5.2. Unverbale Vokalisation

5.3. Körperbewegungen

6. Elemente der unverbalen Verhaltung

6 1. Mimik

6.2. Blickkontakt

6.3. Gestik

6.4. Motorik

6.5. Territorial – und Distanzverhalten

7. Praktische Beispiele der Körpersprache und häufig angenommene Interpretationen

8. Schlussvolgerungen

9. Literaturverzeichnis

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1. Einleitung

Jeden Tag kommunizieren wir mit einer Menge von Menschen. Auch wenn wir nicht verbal kommunizieren, spricht der Körper alleine. Die Körpersprache ist die elementarste Sprache der Menschen, nicht das Wort. Der Umgang mit einigen macht uns Spaß, die anderen wirken auf uns aber unangenehm. Alle diese Gefühle wiederspiegeln sich auf unserem Gesicht und in unseren Bewegungen. Der Eindruck, den die Körpersprache macht , ist oft sehr mächtig und Worte haben es schwer, ihn zu demontieren. Wir können uns so gewählt ausdrücken oder lügen wie gedruckt: unser Körper verrät uns.

Die Körpersprache ist schwerer bewußt zu beherrschen als die verbale Sprache und die Botschaften der Körpersprache sind oft wahrer und echter. Zum Beispiel kann man sich einen Menschen vorstellen, der mit schmerzverzertem Gesicht von seinen Migräneschmerzen berichtet. Ohne ein Bild von ihm zu sehen, macht man sich doch keine Vorstellung von ihm: Das Gesicht mit zusammen gekniffenen Augen und zusammengepresstem Mund, die Stirn in Falten, leidend gesprochene Worte. Gesichtsausdruck, Körperhaltung und die Art und Weise der gesprochenen Worte stimmen überein; dieser Mensch leidet erkennbar. Seine verbalen und unverbalen Aussagen stimmen überein, decken sich. Man kann sich auch vorstellen, er sagte dasselbe mit Lächeln und frölicher Stimme. Keiner würde ihm glauben, denn verbale Aussage und unverbale Verhaltung würden nicht zusammenpassen.

Obwohl wir in der täglichen Kommunikation die körpersprachlichen Signale, meist intuitiv, mitbewerten, vertrauen wir am Ende den Worten oft mehr als der Sprache des Körpers. Aber im Zweifelsfall ist es nicht der Körper, der lügt. Die Körpersprache ist keine Geheimsprache. Wir können lernen sie verstehen. Aber ihre Bedeutung und die Tiefe der Körpersprache erschließen sich erst aus dem Kontext und im alltäglichen Miteinander.

Wenn wir die Körpersprache nicht mehr selbstverständlich verstehen, fühlen wir uns in solcher Situation verwirrt und fremd. Erving Goffman sagte, daß die Beherrschung und das Verständnis einer gemeinsamen Körpersprache ein Grund dafür ist, eine Ansammlung von Individuen als Gesellschaft zu bezeichnen.

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2. Vorgeschichte

Die Bedeutung seiner Körpersprache hat den Menschen schon seit langem fasziniert. Vor gut zweihundert Jahren, 1775, löste der Zürcher Pfarrer Johann Casper Lavater mit seinen „Physiognomischen Fragmenten zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe“ geradezu eine Modewelle aus. Er bemerkte, daß die ruhige und bewegte „Oberfläche des Menschen“ etwas Wahres über ihn verrät. In der Gesellschaft brach damals die Sucht aus, Gesichtsprofile deuten zu lassen – so wie man heute die Handschrift deuten läßt, um Aufschluss über den Charakter zu erhalten.

Einen wissenschaftlich haltbaren Ansatz brachte Charles Darwin. Er widmete eines seiner späteren Werke dem „Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren (1872). Es stellte für die elementaren Ausdrucksbewegungen der Gefühle die Frage richtig, indem es davon ausging, dass sie als stammesgeschichtliche Anpassungen zu verstehen seien.

Kommunikation zwischen den Individuen hat sich im Verlaufe der Evoliution immer weiterentwickelt. Dies war die Grundlage des Aufstiegs der Arten. Kommunikation gibt es nicht nur auf der menschlichen Stufe, sondern auch bereits auf wesentlichen niedrigen Stufen der Evolutionsgeschichte. Die verschiedenen Tierarten haben sehr differenzierte Repertoires von Signalen herausgebildet, um den Artgenossen bestimmte Bedürfnisse, Gefahren usw. mitzuteilen.

Zu den unfangreichen Möglichkeiten der vorsprachlichen Kommunikation sind auf der Ebene menschlicher Kommunikation die spezifisch sprachlichen Formen hinzugekommen. Evolutionsgeschichtlich ist die Körpersprache unsere primäre Sprache, zu der erst später die verbale Sprache hinzugekommen ist. Agression, Angst, Freude haben sich auch bei den Menschen zunächst nur über körpersprachliche Signale mitgeteilt. Damit sind die nonverbalen Formen jedoch nicht außer Kraft gesetzt. Auch im menschlichen Miteinander demonstrieren wir mehr oder minder unbewusst oder automatisiert dursch unsere Körperhaltungen, unsere
Gesichtszüge, durch den Ton, die Lautstärke unserer Stimme, was in uns vor sich geht. Es kommt oft, vom Affekt gesteuert, das körpersprachliche Signal um Bruchteile von Sekunden dem voraus, was wir dann anschließend verbal mitteilen. Z.B. Bei der Begrüßung strahlen erst die Augen und dann gehen die Wörter: „Ich freue mich, dich zu sehen!“

Das Körperliche Ausdrucksvermögen ist genetisch vorgeformt. Wir verfügen normalerweise alle übrige individuelle Auswahl von Mienen, Gesten, die unmittelbar nach der Geburt sichtbar zu werdwn beginnen. Ein Kind das nicht spricht, ist nicht ohne Mitteilung. Sein Körper signalisiert immer Informationen, wie Gefühle, Interesse oder Deinteresse und vieles mehr.

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3. Das Wesen der unverbalen Verhaltung (Körpersprache)

3.1.Definition und Wesensmerkmale der Körpersprache

Körpersprache oder Körperkommunikation ist unverbale Verständigung, das heißt, sie funktioniert nicht über die gesprochenen Wörter. Sie ist grundsätzlich auf den Bereich der Beziehungskommunikation und der Interaktion beschränkt. In diesen Bereichen stehen die Körpersignale einen wesentlichen Kommunikationsbeitrag dar. Körperhaltung, Gestik, Augenkontakt, Körperhaltung, äußere Erscheinung und Stimme gehören zu den Körpersignalen, die manchmal andere Botschaften übermitteln als die gesprochenen. Die verbale Sprache vermittelt Fakten, während die Körpersignale die Bedeutung übermitteln. Die zentrale Fragestellung bei ihrer Erforschung heißt: Was bedeuten bestimmte Signale?

Langenscheids Großwörterbuch deutet, dass die Körpersprache die Haltung und Bewegungen des Körpers, Mimik und Gestik, die etwas über die Stimmung des Menschen mitteilen, ist.

In dem Deutschen Universalwörterbuch von Duden finden wir solche Definition der Körpersprache: „In Körperhaltung, Bewegung, Gestik, Mimik sich ausdrückende psychische Konstitution, Gestimmtheit.“ Ein Zusammenspiel dieser Mittel ist dazugeeignet, Emotionen, Stimmungen und Beziehungen von Menschen untereinander erkennbar werden zu lassen.

Die Forschungen der menschlichen Kommunikation zeigen, dass etwa 55% bis 70% der Kommunikation außersprachlich sind. Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig es für das Gelingen von Gesprechen sein kann, wenn man nonverbale Elemente in die Sprache einbezieht.

Die anderen Forscher behaupten, obwohl die Zahlen leicht voneinander abweichen, doch im Prinzip die Untersuchungen sich einig sind, dass eine Person nur zu 7% durch ihre Worte wirkt. Die stimmlichen Fähigkeiten tragen 38% zur Wirkung bei. Die visuelle Kommunikation macht 55% aus. Das bedeutet, dass nicht die Argumente zählen, sondern die Art und Weise, wie diese vorgetragen werden.

Die meisten Forscher der unverbalen Verhaltung sind der Meinung, dass durch den verbalen Weg die Information geliefert wird. Mit Hilfe des unverbalen Weges übersetzt der Körper die Seele ins Sichtbare.

Man unterscheidet folgende Wesensmerkmale der Körpersprache:

1. In der Kommunikation zwischen den Menschen sind die nichtwerbalen Signale häufig wirksamer als die verbalen. Gesichtsausdruck und Körperhaltung spielen eine überzeugendere Sprache als Worte

2. Verbale und unverbale Ausdrucksmittel können sich gegenseitig ergänzen und bestätigen, aber auch widersprechen. Freundliche Worte können durch begleitende nichtwerbale Signale zu Drohungen werden. Nichtübereinstimmung zwischen unverbalen und verbalen Signalen kann den Eindruck von Unechtheit erzeugen.

3. Das nuverbale Verhalten ist in der Regel weniger stark durch das Bewusstsein kontrolliert als das verbale.

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3.2. Aufgaben der Körpersprache und ihre Rolle für Kommunikation

Die Forschungen und obengegebene Zahlen zeigen, wie wichtig die Körpersprache im Prozess der Kommunikation ist. R. W. Wagner sondert in seinem Buch „Grundlagen der mündlichen kommunikation“ folgende Aufgaben der unverbalen Signale aus:

1. Sie begleiten und unterstützen das Gesagte

( z.B. mit unterstreichenden Gesten )

2. Sie schwächen Äußerungen ab

( z.B. freundliche armahnung )

3. sie verschärfen die Äußerungen

( z.B. als Bitte im Befehlston )

4. Sie wiedersprechen dem formulierten Text

( z.B. beim unprofessionellen Lügen )

5. Sie ersetzen gesprochene Sprache

( z.B. bei „Vogelzeigen“ )

6. Sie demonstrieren die Einstellung beim Zuhören

( z.B. durch Nicken )

7. Sie regeln Dialogabläufe

( z.B. durch Variation des Sprechtempos )

8. Sie verdeutlichen die Stimmung der beteiligten Personen

( z.B. durch Gähnen )

9. Sie weisen auf die Art der Beziehung hin

( z. B. eine Distanz dei Verliebten )

Außer den bereits genannten Ziehlen dient die Körpersprache der Unterstützung des Redens, dem Mitteilen von Rollen-und Gruppenzugehörigkeit, insbesondere der Geschlechterrollen und als Moment der Selbstdarstellung. Diejenigen, die glauben, dass der Kommunikationserfolg nur von der Fähigkeit, sich vernünftig und gewandt zu äußern, abhängt, haben nicht recht. Wenn man die Körpersprache gut beherrscht, kann man nicht nur geschäftliche, sondern auch persönliche Beziehungen besser kontrolieren. „Schlechter Umgang“ mit der Körpersprache kann dazu führen, dass man aufdringlich oder arrogant wirken und überhaupt auf seinem Erscheinungsbild nicht den Vorstellungen entsprechen kann. So drängt sich eine Schlussfolgerung auf: Die Rolle der Körpersprache ist für die Kommunikation
Diejenigen, die diese Sprache beherrschen, haben es leichter im Leben.

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4. Unterschiede zwischen verbalen und unverbalen Verhaltung

( zusammengestellt nach Eisenberg/Smith )

1. Der Begriff „unverbal“ vereinigt verschiedene Arten des Verhaltens, denen gemeinsam ist, nicht in einem linguistischen System strukturiert zu sein.

2. Die Verwendung des Begriffs „Kommunikation“ impliziert, dass das, was bereits früher über Kommunikation gesagt wurde, sich ebenfalls auf Botschaften ohne Worte zieht. Das Modell und die Definition beziehen sich auf alle Übermittlungen von Bedeutungen zwischen Individuen.

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